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Lehrstuhl für Informatik 8

Künstliche Intelligenz

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Historisches

Der Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz (KI) wurde 1990 mit der Berufung von Prof. Dr. H. Stoyan neu eingerichtet. Prof. Dr.-Ing. G. Görz wurde zum 1. 4. 1991 auf die C3-Professur berufen. Weiterhin gehört seit 1997 apl. Prof. Dr. Volker Strehl dem Lehrstuhl an.
Bis zur Abwicklung des Bayerischen Forschungszentrums für wissensbasierte Systeme (FORWISS) war dem Lehrstuhl die Forschungsgruppe Wissenserwerb zugeordnet.

Forschungsschwerpunkte

Mit der Einrichtung des Lehrstuhls wurden als Forschungsschwerpunkte festgelegt: KI-Programmiersprachen und -methoden, Wissensrepräsentation und -verarbeitung sowie die Verarbeitung natürlicher Sprache. Durch die internationale Entwicklung ist das erste Thema inzwischen in eine Randlage geraten. Dennoch haben unsere Arbeiten zur Erweiterung der Logikprogrammierung und verteilten Realisierung von separaten Ableitungsverwaltungssystemen ("Reason Maintenance") dazu beigetragen, eine aktuelle Lücke zu schließen.
Die theoretische Ausrichtung des Lehrstuhls findet ihren Ausdruck nun auch in den Arbeitsbereichen Computeralgebra und algebraische Kombinatorik. Dabei werden Algorithmen zur symbolischen Summierung und die algorithmische Behandlung von Rekurrenzen, Identitäten und formalen Potenzreihen untersucht. Außerdem werden kombinatorische Aspekte geordneter Strukturen und die computerbasierte Generierung und Aufzählung kombinatorischer Objekte erforscht.
Inzwischen ist, nicht zuletzt durch die gewonnenen Erkenntnisse im Bereich des Wissenserwerbs, ein neuer Arbeitsschwerpunkt hinzugekommen: Anwendungen der Künstlichen Intelligenz im Bereich der Ingenieurwissenschaften, Medizin und Geschichte.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Integration von Methoden und Verfahren der angewandten Logik, Wissensrepräsentation und -verarbeitung in multimediale Systeme und digitale Bibliotheken. Diese Verfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung bei der Inhaltsmodellierung multimedialer Daten sowie der Entwicklung von Werkzeugen zur Erstellung digitaler Dokumente. Das wichtigste Anwendungsgebiet ist hier die technische Dokumentation in den Ingenieurwissenschaften; als ergänzende Anwendungsfelder werden Medizin, Geschichte, Kartographie und Digitale Bibliotheken erschlossen. Weitere Arbeitsgebiete in diesem Bereich sind Methoden des Wissenserwerbs, die Erarbeitung von Wissensrekonstruktionen und die Definition von Normsprachen.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Anwendung von KI-Techniken im Wissensmanagement. Insbesondere wird die Anwendung von Methoden zur Erhebung, Entdeckung, Dokumentation und Nutzbarmachung von Wissen aus unterschiedlichen Quellen, darunter Fachexperten, Dokumente und Datenbanken untersucht. Im von Prof. Stoyan geleitete Diskussionsforum Arbeitskreis Wissensmanagement Mittelfranken werden theoretische und praktische WM-Ansätze diskutiert und weiterentwickelt.
Die Sprachverarbeitung als vierter Schwerpunkt erfährt neue Herausforderungen im Kontext robuster Dialogsysteme. Die Grundlagenforschung zu Dialogen zielt auf die Entwicklung eines flexiblen adaptiven Dialogmoduls, der zusammen mit einer beschreibungslogischen Anwendungsmodellierung für verschiedenartige Sprachdialogsysteme und Assistenzsysteme eingesetzt werden soll.

  Impressum Stand: 31.7.2008