| DAS ASTROLAB |
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1. Das Instrument: Aufbau und Benutzung
Das Astrolabium ist ein astronomisches Analogrechengerät und ist in der Regel
als Multifunktionsinstrument ausgeführt. Im Kern besteht es aus einer
drehbaren Sternkarte, zumeist ergänzt durch einen Winkelmesser und weitere
Skalen und Kurven. Mit ihnen kann man verschiedene Aufgaben aus der
Astronomie und Zeitrechnung graphisch-mechanisch lösen. Das Rechenergebnis
erhält man direkt durch Ablesen.
Das Astrolab bildet die Positionen der Sonne und der Sterne auf eine
Kreisfläche ab. Es ist Rechen- und Beobachtungsinstrument zugleich:
Durch Einstellen und Ablesen kann man, ohne explizit rechnen zu müssen,
z.B. die Position eines Himmelskörpers oder die die Uhrzeit bestimmen.
Der Ursprung des Astrolabs liegt in der griechischen Antike (Appolonius,
2.Jh.v.Chr., evtl. Eudoxos, 4.Jh.v.Chr.; Hipparch; Ptolemaios). Von
Alexandria (Theon, 4.Jh.n.Chr.; Johannes Philoponus, 6.Jh.) gelangte
seine Kenntnis über Syrien zu den Arabern, die es vervollkommneten
(u.a. al-Khwarizmi, 9.Jh., al-Farghani, 9.Jh., al-Biruni, 11.Jh.).
Über das muslimische Spanien erreichte es im 10.Jh. das lateinische
Abendland. Herrmann der Lahme von Reichenau gab um 1050 zwei
bedeutende Schriften über das Astrolab heraus: eine von ihm verfaßte
Konstruktionsanweisung und eine Gebrauchsanleitung, die i.w. auf
eine Schrift von Gerbert von Aurillac zurückgeht. Am Ende des Mittelalters
war Nürnberg ein europäisches Zentrum des Instrumentenbaus. Bis ins 17.Jh.
war das Astrolab das am häufigsten gebrauchte astronomische Instrument.
Hinweis zu den Bildern: Sofern keine Quelle angegeben ist, handelt es
sich um lokale Kopien von im Internet frei verfügbaren Bildern.
- 1.1 Astrolab im Stil der Renaissance.
Nachbildung nach der Vorlage eines Bausatzes aus Pappe von
Paul MacAlister & Sons, Illinois (1974), durch die Zentralwerkstatt
der Technischen Fakultät, FAU [ISER I0169].
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Vorderseite
Rückseite
- 1.2 Astrolabien-Bausatz nach einem französischen Astrolab
(1580) im Besitz des National Maritime Museum, Greenwich.
Vertrieb über das Deutsche Museum, München [Privatbesitz, Görz].
- 1.3 "The Planispheric Astrolabe", Broschüre des National
Maritime Museum, Greenwich.
-
Beschreibung des Instruments (1.2), seiner
Konstruktion und seines Gebrauchs anhand verschiedener
Aufgaben und ihrer Lösung (s.u. 1.7) [Privatbesitz, Görz].
- 1.4 Aufbau des Astrolabs: Ansicht der Vorderseite,
Explosionszeichnung und Rückseite.
Aus: J.D: North, The Astrolabe. Scientific American, Vol. 230,
Jan. 1974, S. 96-97 [Gruppenbibliothek Informatik] und 1.3
- 1.5 Beobachtung mit dem Astrolab (13.Jh)
[Psautier de saint Louis et de Blanche de Castille, BNF Paris,
ms. 1186 res, fol. 1v]
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Messung der Höhe eines Sterns
- 1.6 Das Observatorium von Taqf ad-Din in Istanbul (1577)
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Gebrauch des Astrolabs und anderer
Instrumente
- 1.7 Aufgaben und ihre Lösung mit dem Astrolab (S. 25-31 aus
1.3):
- A. Messung der Höhe der Sonne (Finde ihren Almucantar)
- B. Messung der Höhe eines Sterns
- C. Einstellung des Astrolabs nach der Sonne
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Lösung von A, B und C aus (1.3), S.25
- D. Einstellung des Astrolabs nach der Höhe eines Sterns
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Lösung von D aus (1.3), S.26
- E. Bestimmung der Zeit in gleichen Stunden
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Übersicht
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Das nautische Dreieck
Aus: O. Gingerich, Die islamische Periode der Astronomie.
Spektrum der Wissenschaft, April 1986, S.100-109
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Der Stundenwinkel
- F. Bestimmung der ungleichen Stunde (Temporalstunde) bei Tag
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Lösung von E und F aus (1.3), S.27
- G. Bestimmung der ungleichen Stunde (Temporalstunde) bei Nacht
- H. Bestimmung der Zeiten des Sonnenauf- und -untergangs
- I. Bestimmung der Auf- und Untergangszeiten eines bestimmten
Sterns
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Lösung von G, H und I aus (1.3), S.28
- J. Konvertierung gleicher in ungleiche Stunden (Temporalstunden)
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Lösung von J aus (1.3), S.29
- K. Einstellung des Astrolabs für gegebene Zeit und Datum
- L. Verwendung des Schattenquadrats
- 1.8 Das sog. Seefahrerastrolab: Ein Vollkreisinstrument zur
Höhenwinkelmessung [ISER I0562]
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Seefahrerastrolab
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